Willkommen im BLLV-Kreisverband Würzburg-Land

Personalratswahlen vom 22. - 24. Juni 2021

Bildungssystem krankt nicht erst seit Corona – wir fordern Mut zur Wahrheit!

Seit einem Jahr herrscht pandemiebedingter Aus­nahme­­zustand an bayerischen Schulen. Der Rückblick zeigt, dass die Corona-Krise durch­aus Verstärker, aber nicht alleinige Ursache vieler Probleme ist. Die meisten Schwach­stellen im Bildungs­system gibt es nicht erst seit Corona. Die Krise hat uns beson­ders deut­lich gezeigt, was wahr ist, aber nicht wahr sein darf.

Eklatanter Lehrermangel und fehlende digitale Ausstattung, fach­fremder Einsatz von Fach- und Förderlehrkräften, überfrachtete Lehr­pläne, Proben- und Noten­druck – das alles und viel mehr ist quasi „Normal­zustand“ an unseren Schulen. Der BLLV legt den Finger in diese Wunden und zeigt, wie Corona diese Situation ver­­schärft.

Seit einem Jahr kommen außerdem zahlreiche coronaspezifische Belastungen hinzu: Die Angst von Lehrerinnen und Lehrern um ihre Gesundheit, wenn Schulen öffnen und Tests und Impfungen immer noch fehlen. Die Organisation von Wechsel-, Distanz- und Präsenz­unter­richt und zusätz­lich noch der Notbe­treuung. Die Sorge um Schülerinnen und Schüler, die im Distanz­unter­richt ver­loren gehen und nicht nur durch das digitale, sondern auch durch das soziale Netz fallen. Bildungs­benach­teiligte Kinder und Jugendliche sowie Schülerinnen und Schüler mit Förder­­bedarf, die es besonders hart trifft. Lehr­amts­stu­die­ren­de und Referendare, die keine normale Aus­bildung geschweige denn Planungs­sicher­heit haben. Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst wie etwa Erzieherinnen und Erzieher in Kitas, die ihren pädagogischen Anspruch auf­grund der Corona-Regeln nicht mehr umsetzen können. Und Schul­leitun­gen und Verwaltungsange­stellte, die durch einen immens gestiegenen Verwaltungs- und Organisations­aufwand jenseits ihrer Überlastungsgrenze sind.

„Jetzt ist die Zeit, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Jetzt ist die Zeit, Pers­pek­tiven für den weiteren Verlauf des Schuljahres aufzuzeigen und Lösungen für drängende Fragen zu finden. Und jetzt ist die Zeit, Lehren aus der Krise zu ziehen und Veränderungen für eine nachhaltige Schul- und Bildungspolitikauf den Weg zu bringen“.

Der BLLV fordert für dieses Schuljahr:

  • Gesundheitsschutz durch konsequente und konzertierte Umsetzung von Test-, Impf- und Hygienekonzepten
  • Freigabe des Elternwillens beim Übertritt mit kompetenter Beratung und Begleitung durch Lehrerinnen und Lehrer
  • Notbetreuung durch ergänzendes Personal
  • Ein freiwilliges individuelles Förderjahr
  • Mehr Freiheit der Schulen für individuelle Leistungsbeurteilungen anstelle von Notendruck.

Der BLLV fordert grundsätzliche Veränderungen in der Schul- und Bildungs­politik:

  • Mehr Eigenverantwortung für die Schulen vor Ort
  • Digitalität als Fundament der Schule von morgen
  • Stärkung der Schulleitungen durch mehr Leitungszeit
  • Bessere Arbeitsbedingungen für alle an Schule Tätigen
  • Eine flexible Lehrerbildung, um den Lehrermangel längerfristig zu beheben
  • Einsatz von multiprofessionellen Teams
  • Neudefinition des Auftrags von Schule
  • Eine veränderte Lern- und Leistungskultur mit dem Fokus auf Ganzheitlichkeit und individueller Förderung
  • Anerkennung der Professionalität von Lehrerinnen und Lehrern
  • Gleichwertigkeit der Besoldung: A13 für Grund- und Mittelschullehrer
  • Finanzielle Verbesserungen für Fach- und Förderlehrkräfte
  • Sofortige Rücknahme der 2020 eingeführten Notmaßnahmen

Weitere Informationen zur Pressekonferenz von Lehrerinnen und Lehrern, einer Erzieherin sowie Kolleginnen und Kollegen aus der Schulleitung und Verwaltung finden Sie hier:
Presseartikel zur Presekonferenz und Realität in Blitzlichtern

Ihr Stephan Debes, Kreisvorsitzender

Statement der BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann
zu den Beschlüssen des Ministerrats vom 7. April 2021

Brandbrief des BLLV vom 22. März 2021 an den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder:
Der BLLV klagt an: Jetzt reicht’s!

Positionspapier des Unterfränkischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes:
Schule in Zeiten der Corona-Pandemie

Politische Erklärung des BLLV: Schule in Zeiten der Corona-Pandemie

BLLV-Sonderinfo zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Schule

Coronavirus

Verfehlte Personalpolitik geht zu Lasten von Kindern und Lehrkräften

BLLV Würzburg-Land lehnt Maßnahmenkatalog ab

Auch im BLLV-Kreisverband Würzburg-Land ist der Maßnahmenkatalog des Kultusministeriums zur Sicherung der Unterrichtsversorgung an Grund-, Mittel- und Förderschulen ein beherrschendes Thema.
Seit Jahren warnt der BLLV davor, dass diese nicht mehr gewährleistet werden kann, weil sich immer weniger Studierende für ein Lehramtsstudium dieser Schularten entscheiden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von schlechterer Bezahlung über belastende Arbeitsbedingungen bis hin zu einer Vielzahl von zusätzlichen Aufgaben, wie beispielsweise Inklusion und Digitalisierung.

Nach langjährig verfehlter Personalpolitik werden nun überstürzt Notmaßnahmen angekündigt, die dazu beitragen sollen, die Unterrichtsversorgung sicher zu stellen. Dabei handelt es sich u. a. um die Einführung eines Arbeitszeitkontos für Grundschullehrkräfte, immense Beschränkung der Teilzeitmöglichkeit und die Streichung des Antragsruhestandes mit 64 Jahren.

Alle diese Maßnahmen führen zu einer wesentlich stärkeren Belastung der Lehrerinnen und Lehrer und wirken sich somit negativ auf die Unterrichtsqualität und die Bildung unserer Kinder aus. Kann Bayern sich das erlauben? Die jetzt verkündeten Maßnahmen treffen alle Kolleginnen und Kollegen, vor allem aber diejenigen, die in ihrem langen Berufsleben mit großem Engagement und Einsatz für die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler ihr Bestes gegeben haben. Jetzt Lehrkräfte zu belasten, die in der derzeitigen Notsituation den Unterricht am Laufen halten, wirkt wie ein Schlag ins Gesicht.

Der BLLV hat zudem kein Verständnis, dass keinerlei Entlastungen oder Gegenleistungen geplant sind. Seit Jahren fordert der BLLV A13 als Eingangsbesoldung für alle, um die Attraktivität der betroffenen Lehrämter zu steigern. Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen müssen endlich in der Besoldung den anderen Schularten angeglichen werden. Wir fordern eine praxisorientierte flexible Lehrerbildung im Sinne der bestehenden Forderungen des BLLV. Ziel muss es sein, mehr qualifizierte und gut ausgebildete Lehrkräfte an die Schulen zu bringen.

Die Arbeits- und Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte müssen verbessert werden. Spätestens jetzt ist der richtige Zeitpunkt diese Forderungen zu erfüllen!

Ihr Stephan Debes, Kreisvorsitzender

Positionspapier zur Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs

Antrag zur Kürzung der Stundentafel

Personalnotstand