Willkommen im BLLV-Kreisverband Würzburg-Land

Wir müssen zusammenstehen. Warum die Personalratswahlen dieses Mal besonders wichtig sind!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die meisten Kolleginnen und Kollegen sind in diesen Zeiten massiven Lehrermangels und nach fast 1 ½ Jahren Pandemie ziemlich erschöpft, die unterrichtsfreie Zeit reicht kaum zum vollständigen Erholen. Unsere Aufgabe als Lehrerinnen und Lehrer in der Pandemie und angesichts gravierender Personalengpässe ist zermürbend. Wir werden zerrieben zwischen Notmaßnahmen in Folge des Lehrermangels einerseits und Notunterricht in Folge der Pandemie andererseits. Das Wirrwar rund um Inzidenzzahlen und Präsenz- bzw. Distanzunterricht, die Zumutung der Schülertests, die äußerst angespannte bis aggressive Stimmung in der Elternschaft, eine Verwaltung, die überlastet ist und vor den selben Herausforderungen wie die ihr anvertrauten Lehrer- und Schülerschaft steht, die zögerlichen Impfangebote für alle Lehrer bei sich ändernden Corona-Mutanten, das Hin- und Her um den Übertritt – das alles geht an unsere Substanz. Noch dazu, wo die Notmaßnahmen in Folge des Lehrermangels individuelle Lösungswege praktisch unmöglich machen. Die Kolleginnen und Kollegen versuchen das Unmögliche möglich zu machen – allerdings in besorgniserregender Weise auf Kosten ihrer Gesundheit. Manche Kolleginnen und Kollegen gehen in die Knie und werden krank, andere gehen in die innere Immigration und verlieren die wichtige Motivation für diesen eigentlich wunderbaren Beruf.

Schutz und Hilfe erwarten wir eigentlich von unserem Dienstherrn. Aber stattdessen wird in der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt, es würde alles funktionieren. Das stimmt nicht. Es mangelt an Transparenz und frühzeitig kommunizierten Umsetzungsvorschlägen. Es wird vermittelt, irgendwie geht es doch, wo es eigentlich schon längst nicht mehr geht. Deshalb fordert der BLLV Ehrlichkeit und Taten statt Worte ein.

Wir brauchen jetzt starke Personalräte

In dieser Zeit müssen wir uns solidarisch schützen und uns gegenseitig helfen. Und wir brauchen dringender denn je einen starken BLLV und Personalrat. Der BLLV und seine Personalräte sind offenbar innerhalb des Systems Schule für die Kolleginnen und Kollegen die wichtigste Stütze. Sie nehmen sich Zeit für Sie. Sie gehen ihr Problem im Detail durch. Sie zeigen individuelle Wege auf, ihre Probleme zu lösen. Sie vertreten die Kolleginnen und Kollegen gegenüber dem Dienstherrn, dann wenn sie sich überfordert fühlen, unsicher sind oder gar Angst haben. Personalräte können nicht zaubern, aber sie können zuhören, sich auf die Situation der Kollegin, des Kollegen einlassen, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie gegenüber den Dienstvorgesetzten vertreten. Dafür brauchen wir sie.      

Die Personalräte des BLLV können auf einen riesigen Fundus an Kompetenzen und jahrzehntelangen Erfahrungen zurückgreifen. Detailliertes schul- und dienstrechtliches Fachwissen bildet das Fundament der Personalratsarbeit des BLLV. Im BLLV gibt es zahlreiche Expertinnen und Experten im Personalvertretungsrecht, die ständig geschult und weitergebildet werden. Für die BLLV-Personalräte arbeiten im Hintergrund mehrere Volljuristen des BLLV. Der BLLV bietet über die Personalvertretung hinaus im BLLV-Ressort Gesundheit der BLLV-Akademie auch persönliche Unterstützung in gesundheitlichen Notsituationen an. Das alles zusammen hilft allen, die Hilfe suchen.

Ihnen wünsche ich nun aus ganzem Herzen Kraft für die letzten Monate dieses Schuljahres. Wir müssen zusammenstehen und alles daran tun, dass wir an den Grund-, Mittel- und Förderschulen in Pandemie und Lehrermangel nicht „vor die Hunde gehen“. Es brennt lichterloh. Beteiligen Sie sich an der Personalratswahl, weisen Sie alle Ihre Kolleginnen und Kollegen darauf hin und wählen Sie den BLLV und seine Personalräte.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Stephan Debes, Kreisvorsitzender

Aktuelle Diskussion um Förderprogramme des Kultusministeriums

Brandbrief des BLLV vom 22. März 2021 an den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder:
Der BLLV klagt an: Jetzt reicht’s!

Positionspapier des Unterfränkischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes:
Schule in Zeiten der Corona-Pandemie

Politische Erklärung des BLLV: Schule in Zeiten der Corona-Pandemie

BLLV-Sonderinfo zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Schule

Coronavirus

Verfehlte Personalpolitik geht zu Lasten von Kindern und Lehrkräften

BLLV Würzburg-Land lehnt Maßnahmenkatalog ab

Auch im BLLV-Kreisverband Würzburg-Land ist der Maßnahmenkatalog des Kultusministeriums zur Sicherung der Unterrichtsversorgung an Grund-, Mittel- und Förderschulen ein beherrschendes Thema.
Seit Jahren warnt der BLLV davor, dass diese nicht mehr gewährleistet werden kann, weil sich immer weniger Studierende für ein Lehramtsstudium dieser Schularten entscheiden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von schlechterer Bezahlung über belastende Arbeitsbedingungen bis hin zu einer Vielzahl von zusätzlichen Aufgaben, wie beispielsweise Inklusion und Digitalisierung.

Nach langjährig verfehlter Personalpolitik werden nun überstürzt Notmaßnahmen angekündigt, die dazu beitragen sollen, die Unterrichtsversorgung sicher zu stellen. Dabei handelt es sich u. a. um die Einführung eines Arbeitszeitkontos für Grundschullehrkräfte, immense Beschränkung der Teilzeitmöglichkeit und die Streichung des Antragsruhestandes mit 64 Jahren.

Alle diese Maßnahmen führen zu einer wesentlich stärkeren Belastung der Lehrerinnen und Lehrer und wirken sich somit negativ auf die Unterrichtsqualität und die Bildung unserer Kinder aus. Kann Bayern sich das erlauben? Die jetzt verkündeten Maßnahmen treffen alle Kolleginnen und Kollegen, vor allem aber diejenigen, die in ihrem langen Berufsleben mit großem Engagement und Einsatz für die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler ihr Bestes gegeben haben. Jetzt Lehrkräfte zu belasten, die in der derzeitigen Notsituation den Unterricht am Laufen halten, wirkt wie ein Schlag ins Gesicht.

Der BLLV hat zudem kein Verständnis, dass keinerlei Entlastungen oder Gegenleistungen geplant sind. Seit Jahren fordert der BLLV A13 als Eingangsbesoldung für alle, um die Attraktivität der betroffenen Lehrämter zu steigern. Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen müssen endlich in der Besoldung den anderen Schularten angeglichen werden. Wir fordern eine praxisorientierte flexible Lehrerbildung im Sinne der bestehenden Forderungen des BLLV. Ziel muss es sein, mehr qualifizierte und gut ausgebildete Lehrkräfte an die Schulen zu bringen.

Die Arbeits- und Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte müssen verbessert werden. Spätestens jetzt ist der richtige Zeitpunkt diese Forderungen zu erfüllen!

Ihr Stephan Debes, Kreisvorsitzender

Positionspapier zur Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs

Antrag zur Kürzung der Stundentafel

Personalnotstand