BLLV stellt "nachhaltige Schultasche" vor


Schülerinnen und Schüler der Grundschule Reichenberg verwenden umweltfreundliche Schulsachen aus der nachhaltigen Schultasche des BLLV und leisten damit ohne großen Aufwand einen Beitrag zum Umweltschutz.

„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann werden sie das Gesicht der Welt verändern" (aus Afrika). Wir alle wissen, dass wirksame Maßnahmen zum Umweltschutz dringend notwendig sind. Viele von uns wollen auch selbst einen Beitrag dazu leisten.

Eine hervorragende Gelegenheit dazu bietet der Einkauf von Materialien für das neue Schuljahr, da Vorschulkinder oft schon zu Weihnachten ihren Schulranzen mit weiterem Zubehör im Set geschenkt bekommen. Es ist aber oft gar nicht so leicht, auf Anhieb umweltfreundliche Schulsachen zu finden. Eines ist sicher: Die billigsten beim Discounter sind es meistens nicht.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hat Informationen und Tipps zusammengestellt, die zeigen: Es muss nicht schwierig sein, eine umweltfreundliche Schultasche zusammenzustellen. Und es geht auch überraschend günstig! Diese nachhaltige Büchertasche können Lehrerinnen und Lehrer aus dem Landkreis Würzburg nun in der Umweltschule, der Grundschule Reichenberg, ausleihen.

Interessierte Schulen können sich an Julia Lermig, Lehrerin der Grundschule Reichenberg, E-Mail julia.lermig(at)grundschule-reichenberg.de wenden und diese mit Flyern z. B. für einen Elternabend ausleihen.

Zusammen kann hier wirklich etwas bewegt werden. Ohne großen Aufwand, aber mit großer Wirkung.

Lehrkräfte starten Aktionstage


Eine Erhöhung von fünf Prozent fordern auch die Kreisverbände aus Würzburg Land und Würzburg Stadt des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) für die Lehrkräfte im Zuge der aktuell noch laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst.

„Die insgesamt sehr gute wirtschaftliche Entwicklung und die derzeit hohe Inflation sprechen für die deutliche Erhöhung der Tarifentgelte“, so die Kreisvorsitzenden Stephan Debes (BLLV-Kreisverband Würzburg-Land), Gudrun Reinders (BLLV-Kreisverband Würzburg-Stadt) und Norbert Rahner (BLLV-Kreisverband Ochsenfurt). „Nur mit einer konkurrenzfähigen Bezahlung kann dem Lehrermangel, besonders in der Grund- Mittel- und Förderschule, begegnet werden. Wertschätzung der Arbeit im öffentlichen Dienst der Länder durch den Arbeitgeber äußert sich auch in der Bereitschaft, die Beschäftigten nicht von der allgemeinen Einkommensentwicklung abzukoppeln“, erklärten die drei Kreisvorsitzenden.

„Wir erwarten nicht nur einen ordentlichen Tarifabschluss. Wir erwarten auch, dass er in Bayern wie in den letzten Jahren zeitgleich auf die Besoldung und Versorgung der Beamtinnen und Beamten und damit auch für die Lehrkräfte übertragen wird.“

Warum es keine Weihnachtslärche gibt


Pensionistengruppe der BLLV-Kreisverbände Würzburg-Land und Ochsenfurt erkundeten das Gelände der Landesgartenschau von 1990

Würzburg – Das erste Mal seit Februar 2020 traf sich die Pensionistengruppe der Kreisverbände Würzburg-Land und Ochsenfurt des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) zu einer Veranstaltung. Über eineinhalb Jahre war wegen der Corona-Pandemie kein Treffen möglich, jetzt ging es aber endlich wieder los.

35 ehemalige Lehrerinnen und Lehrer konnten Brigitte Stöcker und Anita Ormanns, die Leiterinnen der Pensionistengruppe am neuen Bau der Umweltstation in Würzburg zu einem Rundgang durch den Landesgartenschau-Park von 1990 begrüßen, um zahlreiche einheimische und exotische Baumarten kennenzulernen. Daneben erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Jakob Sänger, dem stellvertretenden Leiter der Umweltstation auch, welche wichtige Rolle das Stadtgrün in den Zeiten des Klimawandels spielt.

Die zahlreichen Informationen über Biologie und Nutzung der Baumarten lockerte Jakob Sänger durch passende Geschichten auf. So erfuhren die Teilnehmer des Treffens, warum die Lärche kein Weihnachtsbaum sein kann: Weil die Bäume im Herbst unbedingt bunte Blätter haben wollten, kam es mit dem Winter zu einem Kompromiss: Ein Teil von ihnen muss grün bleiben, weil der Winter an Weihnachten nicht nur kahle Zweige sehen will. Die Laubbäume können sich ihr Laub vom Herbst färben lassen, wenn sie wollen; sie müssen es nur abgeworfen haben, bis er kommt. Die vier Nadelbäume aber müssen grün bleiben. Dabei unterlief dem Wind, der die Botschaft des Winters überbrachte ein Fehler: Er hatte die Kiefer, die auch Föhre heißt, zweimal genannt und die Lärche vergessen. Und somit können wir uns als Weihnachtsbaum keine kleine Lärche statt einer Fichte oder Tanne ins Zimmer holen.

BLLV bleibt unangefochten an der Spitze


Die BLLV-Personalrätinnen und Personalräte sowie die Jugend- und Auszubildendenvertretung für die Grund- und Mittelschulen im Bereich des Staatlichen Schulamts im Landkreis Würzburg
vorne von links: Jugend- und Auszubildendenvertretung Nicolai Fleischmann (Mittelschule Veitshöchheim), Tina Knaup (Grundschule Gerbrunn) und Eva Schneider (Mittelschule Margetshöchheim), Personalrätinnen und Personalräte Silke Grünewald (Grundschule Ochsenfurt), Julia Lermig (Grundschule Reichenberg), Vertreterin der Arbeitnehmer Bettina Weis (Grund- und Mittelschule Waldbüttelbrunn), Kerstin Schobert (Grund- und Mittelschule Waldbüttelbrunn)
hinten von links: Ferdinand Kaiser (Mittelschule Gaukönigshofen), stellvertretender Personalratsvorsitzender Norbert Rahner (Mittelschule Ochsenfurt), Bärbel Panzner (Astrid-Lindgren-Grundschule Helmstadt), Personalratsvorsitzender Thomas Cimander (Mittelschule Höchberg), Thomas Schulz (Eichendorff-Mittelschule Gerbrunn), Daniel Soldaczuk (Mittelschule Waldbüttelbrunn) und Christoph-Rupert Schneider (Grundschule Estenfeld)

Bei den Wahlen zum örtlichen Personalrat fährt der BLLV mit 86,5 % einen überwältigenden Erfolg ein und erhält alle 11 Sitze
Personalratsvorsitzender Thomas Cimander sowie die Kreisvorsitzenden Stephan Debes und Norbert Rahner freuen sich: „Wählerinnen und Wähler bestätigen unseren schul- und berufspolitischen Kurs“

Mit einem überwältigenden Erfolg für die Kreisverbände Würzburg-Land und Ochsenfurt des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) endeten die Wahlen zum Personalrat für die Grundschulen und Mittelschulen im Bereich des Staatlichen Schulamtes im Landkreis Würzburg. 624 Wahlberechtigte an den 41 Grund- und Mittelschulen im Landkreis waren aufgerufen, ihre Interessenvertretung für den Zeitraum 2021 bis 2026 zu wählen.

Bei einer Wahlbeteiligung von fast 72 % errangen die Kandidatinnen und Kandidaten des BLLV mit 86,5 % der abgegebenen Stimmen eine überwältigende Mehrheit. Damit setzte sich der BLLV gegen die zwei konkurrierenden Organisationen Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) deutlich durch und erhält jetzt alle 11 Sitze im örtlichen Personalrat.

Auch bei der Wahl zum Hauptpersonalrat Grundschulen und Mittelschulen erzielte der BLLV ein sehr gutes Ergebnis von bayernweit 74,9 % und 8 von 10 Sitzen. Beim Bezirkspersonalrat Unterfranken Grundschulen und Mittelschulen waren es 76,5 % und 8 von 9 Sitze für den BLLV.

Zum Vorsitzenden des örtlichen Personalrates wurde erneut Thomas Cimander gewählt. Der 55-jährige Studienrat an der Mittelschule Höchberg ist stellvertretender Vorsitzender des BLLV-Kreisverbandes Würzburg-Land. Stellvertretender Personalratsvorsitzender wurde Norbert Rahner (Mittelschule Ochsenfurt), Vorsitzender des BLLV-Kreisverbandes Ochsenfurt. Außerdem wurden Nicolai Fleischmann, Tina Knaup und Eva Schneider zu den Jugend- und Auszubildendenvertretern im Landkreis gewählt. Erfreulich ist, dass Fleischmann und Knaup auch in die Bezirksjugend- und Auszubildendenvertretung bei der Regierung von Unterfranken gewählt wurden.

Cimander, Rahner und Debes sehen in diesem Ergebnis eine Bestätigung des klaren und unabhängigen schul- und lehrerpolitischen Kurses des BLLV sowie auch eine Anerkennung für die Personalratsarbeit des BLLV. „Der BLLV wird sich auch weiterhin für die Interessen der Kolleginnen und Kollegen und die Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen an den Schulen einsetzen“.

Ist der Lehrermangel Geschichte?

Fast hätte man als Leser aus den Worten unseres Kultusministers schließen können, dass der Lehrermangel an unseren Schulen nun wohl endgültig Geschichte sei. Das mag für manche Schulart in Bayern zutreffen, doch stellt sich die Situation für meine Kolleginnen und Kollegen an den Grund- und Mittelschulen leider in der Realität ganz anders dar: Allein an den Mittelschulen fehlen in Bayern momentan mehr als 500 Vollzeit-Lehrer, die wir bräuchten, um den „normalen“ unterrichtlichen Betrieb abdecken zu können.

Fachlehrer, die seit Monaten bereits den Kernunterricht von nicht vorhandenen Klassenlehrkräften übernehmen müssen, für den sie überhaupt nicht ausgebildet wurden, sind keine Ausnahme. Schulleitungen, die seit über einem Jahr neben ihrer erheblichen eigenen Unterrichtsverpflichtung und ihrer „normalen“ Verwaltungsarbeit an der Schule sämtliche Corona-Sondermaßnahmen planen und umsetzen mussten und sich nun auch noch um die Organisation der Corona-Förderprogramme samt Rekrutierung des erforderlichen Personals kümmern dürfen – ein weiteres Beispiel. Lehrkräfte, deren Teilzeitmöglichkeiten massiv eingeschränkt wurden, denen der Eintritt in den Ruhestand um ein weiteres Jahr nach hinten verschoben wurde und die jetzt auch noch zusätzlich (in der Grundschule) durch das sogenannte „verpflichtende Arbeitszeitkonto“ zur wöchentlichen Mehrarbeit gezwungen werden. „Quereinsteiger“, die in Zukunft auch ohne Lehramtsstudium für den Schuldienst gewonnen werden sollen.

Lieber Herr Minister, wenn Sie vor dem Hintergrund dieser unbestreitbaren Fakten tatsächlich behaupten wollen, der Lehrermangel sei für den Bereich der Grund- und Mittelschulen nicht existent, dann sind Sie entweder falsch informiert oder sagen schlichtweg die Unwahrheit.

Diese pauschalen, undifferenzierten Aussagen zu allen Schularten sind ein Schlag ins Gesicht meiner Kolleginnen und Kollegen an unseren Grund- und Mittelschulen, die sich nicht erst seit Beginn der Pandemie über ihre Belastungsgrenze hinaus in ihrem Beruf engagieren. Wie heißt es im Fußball so schön? „Geld schießt keine Tore!“ Analog kann man für den Schulbereich sicher sagen, dass Geld auch keine Kinder unterrichten kann, egal, ob es sich um stundenplanmäßigen Unterricht, Corona-Förderkurse oder die „Sommerschule 2021“ handelt. Wir brauchen die Köpfe dazu! Schaffen Sie doch endlich realistische Anreize für junge Menschen, sich in Zukunft wieder für das Lehramt  – insbesondere an Mittelschulen – zu interessieren, anstatt falsche Behauptungen aufzustellen oder bei den Eltern unbegründete Hoffnungen zu wecken. Gemeinsam Brücken bauen kann man nur, wenn man auch genügend Personal dafür hat.

Thomas Cimander, Personalratsvorsitzender für den Bereich der Grundschulen und Mittelschulen im Landkreis Würzburg und stellv. Vorsitzender des BLLV-Kreisverbands Würzburg-Land


Stellen Sie sich einmal vor: Ihr Kind wacht eines nachts auf – schweißgebadet und von schweren Fieberkrämpfen gezeichnet, Ihr Hausarzt ist aber im Urlaub und das nächste Krankenhaus weit weg. Kein Problem: Klingeln Sie doch einfach bei der Klassenlehrkraft nebenan, die ist ja schließlich kürzlich vom Kultusministerium per digitaler Handauflegung und nach dem Studium eines Online-Erklärvideos zur medizinischen Fachkraft ernannt worden.

Mit großer Sorge verfolgen die Lehrkräfte an den bayerischen Schulen momentan die Pläne des Kultusministeriums für die begleitete Selbsttestung von Schülerinnen und Schülern an den Schulen. Unter fragwürdigsten hygienischen Bedingungen sollen Lehrkräfte ohne Unterstützung durch medizinisches Personal bei einem Klassenverband von beispielsweise 25 Schülern einen Corona-Selbsttest mit Kindern ab sechs Jahren durchführen.

Wofür im Testzentrum eine Horde von Fachkräften mit Schutzanzügen, FFP2-Masken und Plexiglasschildern ausgestattet ist, muss in der Schule eine einfache, blaue „OP-Maske“ reichen, die die Lehrkraft bei der Beaufsichtigung der Testung tragen soll. Die Konsequenzen und Risiken bei einer solchen Testung sind für das Lehrpersonal in den Augen der Schulleitungen und Kollegien, aber auch des Personalrates weder durchdacht noch tragbar. Lehrkräfte sind nun einmal kein medizinisches Fachpersonal, sie dürfen auf einer Klassenfahrt beispielsweise noch nicht einmal eine Zecke entfernen. Hier müssen sie dagegen bei einer kompletten Klasse einen invasiven medizinischen Test durchführen, bei dem sich Kinder mit einem Wattestäbchen ein Testsekret fachgerecht aus der Nase entnehmen sollen.

Was passiert, wenn ein Kind sich bei einem solchen Test verletzt, kollabiert oder Würgereiz bekommt? Wer übernimmt hier die Verantwortung für die Folgen?

Wie sieht es mit dem Gesundheitsschutz der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Lehrkräfte aus, wenn sich die Kinder gleichzeitig im Klassenzimmer ohne Maske eine Probe aus der Nase entnehmen? Bei einer positiven Testung wären alle Beteiligten zwangsläufig Kontaktperson 1 und müssten für zwei Wochen in Quarantäne, was beispielsweise bei einer vorherigen Testung der Kinder zu Hause hätte vermieden werden können: Unter Aufsicht der Eltern, die letztlich ohnehin die Verantwortung für die gesundheitlichen Belange ihrer Kinder tragen.

Aber auch der Datenschutz spielt in dieser Diskussion eine gravierende Rolle: Bei einer Testung im Klassenverband ist es kaum zu vermeiden, dass ein positiver Befund automatisch und unmittelbar die Runde macht und mit Hilfe der sozialen Medien auch schnell zum „Ortsgespräch“ werden kann. Dies wäre eine schwerwiegende Verletzung des informellen Selbstbestimmungsrechts – von der damit verbundenen Stigmatisierung des Schülers ganz zu schweigen.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor äußerst schleppend vorankommenden Impfungen der Lehrkräfte wird hier eine weitere hochbrisante Situation geschaffen, die für alle Beteiligten ein enormes Gefahrenpotential mit sich bringt.

Der BLLV fordert seit Beginn der Pandemie einen umfassenden Gesundheitsschutz an den Schulen durch konsequente und konzertierte Umsetzung von Test-, Impf- und Hygienekonzepten unter Einbeziehung von medizinischem Fachpersonal. Das Testen unter fragwürdigen organisatorischen und hygienischen Bedingungen an den Schulen scheint mir nicht der geeignete Weg aus dem „Coronatunnel“ zu sein.

Thomas Cimander, Personalratsvorsitzender für die Grundschulen und Mittelschulen im Landkreis Würzburg und stellvertretender Vorsitzender des BLLV-Kreisverbandes Würzburg-Land

Artikel in der Online-Ausgabe der Mainpost


Bisheriges Kontingent reicht nicht aus

Mit großer "Freude" konnten Lehrerinnen und Lehrer in Bayern in der Presse über die FFP2-Masken lesen, die die bayerische Staatsregierung momentan an die Schulen zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen ausliefert. Schier endlos schienen auf einem Foto die Reihen mit den kartonbestückten Paletten. Dem Dank an das THW für Transport und Weiterverteilung der Masken möchten sich die Lehrkräfte aus Stadt und Landkreis Würzburg gerne anschließen. Setzen wir jedoch einmal die Anzahl der Masken (300.000) ins Verhältnis mit der Anzahl der Lehrkräfte in Bayern (ca. 120.000), so wird auch in adventlichem Lichte betrachtet schnell klar, dass der Schutz des unterrichtenden Personals mit 2,5 Masken pro Kopf nicht einmal annähernd bis zu den Weihnachtsferien reichen wird, da die Masken nur zum einmaligen Gebrauch geeignet sind.

Der BLLV fordert seit Monaten, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzes auch und gerade für die Lehrkräfte eingehalten werden, die täglich an vorderster Front ihre Gesundheit riskieren, um den Unterricht vor Ort trotz des nach wie vor gravierenden Lehrermangels irgendmöglich  aufrechtzuerhalten. Unsere Kolleginnen und Kollegen würden sich wünschen, dass die Fürsorgepflicht des Dienstherren gegenüber unseren Beschäftigten ernster genommen wird, die täglich nicht nur mit einem, sondern – je nach Schulart – mit bis zu 150 verschiedenen „Haushalten“ auf engstem Raum zusammensitzen und -arbeiten dürfen bzw. müssen. Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Lehrerinnen und Lehrer, ja der gesamten Schulfamilie muss oberste Priorität haben.

Es erscheint mir geradezu absurd, dass ausgerechnet die Mitglieder unserer so genannten „systemrelevanten“ Berufsgruppe für den Schutz vor dem Risiko, dem sie täglich ausgesetzt werden, in die eigene Tasche greifen müssen. Wenn wir unsere Lehrerinnen und Lehrer in dieser Pandemie tatsächlich arbeitsfähig halten wollen, dann brauchen wir unverzüglich geeignete Atemschutzmasken kostenfrei und in ausreichender Stückzahl, flächendeckend leistungsfähige Raumluftfilteranlagen sowie CO2-Ampeln in den Klassenzimmern, nicht zuletzt auch für den Schutz unserer Kinder.

Nur so wird es uns hoffentlich gelingen, die Herausforderungen der Pandemie in den nächsten Monaten zu stemmen und unseren Kindern weiterhin ein halbwegs erträgliches und ertragreiches Schuljahr zu ermöglichen.

Thomas Cimander, Personalratsvorsitzender für die Gesamtheit der Grundschulen und Mittelschulen im Bereich des Staatlichen Schulamtes im Landkreis Würzburg
und 2. Vorsitzender des BLLV Kreisverbandes Würzburg-Land

Zell a. Main – Die aktuelle Situation des laufenden Schuljahres war Thema der jüngsten Vorstandssitzung des Kreisverbandes Würzburg-Land des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). „Die Schulen stehen zur Zeit vor Unwägbarkeiten, Belastungen und zahlreichen Herausforderungen", so Kreisvorsitzender Stephan Debes. Der BLLV habe bereits vor einem Jahr vor den bevorstehenden gravierenden Engpässen in der Lehrerversorgung gewarnt. Trotz der Anfang dieses Jahres erhöhten Lehrerarbeitszeit fehlten nach wie vor Lehrer an Grund-, Mittel- und Förderschulen.

„Wenn wir für unseren Bildungs- und Erziehungsauftrag unzureichend ausgestattet sind, uns an allen Ecken und Kanten Lehrkräfte fehlen und wir zu wenig Unterstützung und Hilfen bekommen, dann müssen wir Abstriche machen“, erklärte der BLLV-Vorsitzende. Dann müsse notgedrungen auch Unterricht ausfallen, weil zur Zeit keine Mobilen Reserven mehr vorhanden sind.

Corona hat Probleme verschärft
In den letzten Jahren habe die Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die Integration der Schüler mit Migrationshintergrund, der Ausbau der Ganztagesbetreuung, die Digitalisierung und die immer höheren Erwartungen der Eltern auf der einen Seite und die fehlenden personellen Ressourcen auf der anderen Lehrerinnen und Lehrer vor große Herausforderungen und Belastungen gestellt. Die Corona-Pandemie habe diese Probleme und Schwierigkeiten verschärft. Wie in einem Brennglas fokussierten sich die Strukturprobleme und Widersprüche im Schul- und Bildungssystem.

Gravierende Widersprüche in den Vorgaben vom Ministerium wie beispielsweise keine Gruppenteilungen zu machen, aber konfessionellen Religionsunterricht in klassenübergreifenden Gruppen zuzulassen, erschwerten zunehmend den schulischen Alltag. Dazu kämen unlösbare Probleme wie zu kleine Klassenzimmer, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können und teilweise widersprüchliche Erwartungen und Ansprüche von Eltern. All das führe zu Verunsicherung, Belastungen und Stress, was genauso für die Eltern gelte, die mit dem „Homeschooling“ ähnlich belastet waren. „Unser Schul- und Bildungssystem ist in keinem guten Zustand“, stellte der BLLV-Vorsitzende fest.

Steigender Frust unter den Kollegen
„Die großen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft lassen sich nur mit gut ausgebildeten, kompetenten und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten lösen", so Debes. Eine wichtige Grundlage bilde dabei die Schule. Das hätten gerade die Lehrer verstanden. „Darum engagieren wir uns, rackern uns ab und suchen trotz erschwerter Voraussetzungen nach Lösungen, die unseren Schülern helfen“, betonte er. Allerdings verspüre er in Kollegenkreisen steigenden Frust und Ärger. Viele Lehrerinnen und Lehrer fühlten sich allein gelassen. Nicht einmal eine ordentliche Schutzmaske habe der Dienstherr für seine Lehrkräfte organisiert. Die 130 Schreiben, die seit der Schulschließung aus München kamen, seien nicht immer hilfreich gewesen – im Gegenteil.

Viele Probleme und Schwierigkeiten seien nicht neu. Seit Jahren kämpfe der BLLV für Verbesserungen, für strukturelle Reformen, Verbesserungen, für eine bessere Finanzierung der Schulen und für mehr Lehrerinnen und Lehrer. Manches sei erreicht worden, wie das funktionslose Beförderungsamt in Grund- und Mittelschulen. In den letzten Jahren sei auch die Anzahl der Lehrerplanstellen erhöht worden. Gleichzeitig seien immer neue Anforderungen gekommen, die die neu geschaffenen Planstellen „aufgefressen“ haben.

„Für ein zukunftsfähiges Schul- und Bildungssystem muss jetzt einiges geschehen“, forderte der BLLV-Vorsitzende. So müssten die Lern- und Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert werden, die Lehrkräfte mit modernen IT-Geräten ausgestattet und ausgebildet werden. Die personellen Ressourcen an den Schulen müssten verbessert und neue Lehrer eingestellt werden. Die Eigenverantwortung und die Entscheidungsbefugnisse einzelner Schulen müssten erweitert und die Lehreraus- und fortbildung zeitgemäß weiterentwickelt werden. „Es ist an der Zeit, damit anzufangen“, so Debes. „Eine gute Schule braucht dringend Investitionen“.

Stephan Debes als Personalratsvorsitzender für die Grundschulen und Mittelschulen im Landkreis Würzburg verabschiedet

Gerbrunn - Bei der letzten Sitzung des Personalrates für die Grundschulen und Mittelschulen im Bereich des Staatlichen Schulamtes im Landkreis Würzburg wurde der langjährige Vorsitzende Stephan Debes nach 22 Jahren Amtszeit von Schulamtsdirektor Erwin Pfeuffer sowie seinem Nachfolger als Personalratsvorsitzender Thomas Cimander aus diesem Gremium verabschiedet. Wegen Eintritt in den Ruhestand scheidet Debes am Ende des Schuljahres aus dem Schuldienst aus.

Stephan Debes, Konrektor an der Grundschule und Mittelschule Margetshöchheim, ist seit 1996 auch Vorsitzender des Kreisverbandes Würzburg-Land des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Er wurde 1998 erstmals in den Personalrat gewählt und von den Mitgliedern gleich zum Vorsitzenden bestimmt. Auch bei den vier folgenden Personalratswahlen konnte er mit der BLLV-Liste immer zwischen 70 und 80 Prozent der Wählerstimmen erzielen, somit stellte der BLLV bis zu 10 der 11 Personalratsmitglieder.

In die Zeit seiner Tätigkeit als Personalratsvorsitzender fielen viele Veränderungen im Bayerischen Schulwesen, die auch die Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer an den Grund- und Haupt- / Mittelschulen veränderten, so die Einführung der sechsjährigen Realschule im jahr 2000, die zur Auflösung von neun Teilhauptschulen im Landkreis, aber auch zur Einführung der Mittelschule mit der Möglichkeit eines Mittleren Abschlusses führte. Neben Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer wie Einführung von Arbeitszeitkonten oder Erhöhung der Arbeitszeit gab es auch Erfolge wie die Möglichkeit von Altersteilzeit, oder Sabbatjahren und die Einführung eines funktionslosen Beförderungsamtes.

Ebenfalls aus dem Personalrat verabschiedet wurden Ulrike Debes, Studienrätin im Grundschuldienst an der Grundschule Zell am Main, die dem Gremium 18 Jahre angehörte, und Fachoberlehrerin Ricarda Käplinger, Grundschule und Mittelschule Waldbüttelbrunn.

BLLV-Kreisvorsitzender Debes: Viele Mindestforderungen umgesetzt / Dialog erfolgreich / Alle Szenarien brauchen hohe Eigenverantwortlichkeit der Schulen / Aber: Lehrermangel wird Corona-Krise einholen

Zell a. Main – Der Kreisverband Würzburg-Land des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) begrüßt grundsätzlich die vorgestellten Punkte zur weiteren Schulöffnung bis September. „Kontinuität bis Ende Juli, keine Notbetreuung durch Lehrerinnen und Lehrer in den Sommerferien, konkrete Szenarien für den Schulbetrieb im September und so viel Live-Unterricht wie möglich: viele Forderungen des BLLV wurden erfüllt. Die Gespräche mit Ministerium und Staatsregierung waren erfolgreich, der Kultusminister hat verstanden was es jetzt braucht“, so BLLV-Kreisvorsitzender Stephan Debes während einer Sitzung des Kreisvorstandes.

Die Grundausrichtung des Kultusministeriums mit der Perspektive einer behutsamen Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen im September sei richtig. Natürlich hängen sämtliche Schritte vom weiteren Infektionsgeschehen und von Detailregelungen ab. „Die Szenarien für den Regelbetrieb und die Alternativen geben den Schulen Sicherheit und Planbarkeit. Das ist gut so. Behutsame Öffnungen und transparente Kommunikation, das braucht es jetzt. Immer unter der Voraussetzung, dass der Gesundheitsschutz der Kinder und der Kolleginnen und Kollegen weiterhin oberste Priorität besitzt“, so Debes. Es fehlt jedoch das Personal für einen Regelbetrieb und die versprochene zusätzliche Förderung. Keinesfalls darf dies auf dem Rücken der Risikogruppen geschehen.

Gleichzeitig begrüßt der BLLV, dass die durch Corona verstärkte Bildungsungerechtigkeit angegangen werden und vor allem schwächeren Schülerinnen und Schüler die nötige Unterstützung gegeben soll. Dabei helfe es nicht, wenn Budgetstunden aus Wahlfächern und weiteren Angeboten herausgenommen werden: „Wenn wir den Kindern und Jugendlichen gerecht werden wollen, wenn wir eine hohe Qualität der bayerischen Schulbildung wollen, dürfen wir uns nicht vom Gedanken einer ganzheitlichen Bildung verabschieden. Wir brauchen individuelle Förderung und ganzheitliche Bildung. Nur so kann die Zukunft aussehen“, so der BLLV-Kreivorsitzende. Die Corona Krise habe nochmals deutlich gemacht, dass es notwendige Veränderungen braucht, um eine zukunftsorientierte Schule zu gestalten. Klar wird sein: Auch im neuen Schuljahr ist die Situation von Schule zu Schule eine andere. Deshalb braucht es mehr eigenverantwortliche Schule, was seit langem eine Forderung des BLLV ist. Genau diese Freiheiten benötigten die Schulen, jetzt und im September.

Alle gut gemeinten politischen Ansagen scheitern aber dann, wenn die Lehrerinnen und Lehrer fehlen. „Vor Ort können wir nur das leisten, was die Personaldecke hergibt“, so Debes.


BLLV-Protestaktion gegen „Notmaßnahmen“ - Mehr als 5000 Protest-Karten gegen die geplanten Notmaßnahmen des Kultusministeriums gesammelt

Würzburg-Land. „Wir Lehrerinnen und Lehrer sollen nun ganz allein den Karren aus dem Dreck ziehen – nicht mit uns!“ Mit diesen Worten fassten Stephan Debes und Maria Bleß, Vorsitzende der Kreisverbände Würzburg-Land und Ochsenfurt des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) die derzeitige Stimmung an den Grund-, Mittel- und Förderschulen im Landkreis Würzburg zusammen.

Gestützt wurden ihre Einschätzungen durch die Vorsitzenden der 25 unterfränkischen Kreisverbände des BLLV, der BLLV-Studierendengruppe Würzburg und des Jungen BLLV, die mehr als 5000 Protest-Karten gegen die geplanten Notmaßnahmen des Kultusministeriums an den unterfränkischen Bezirksverband übergaben. Darauf haben die Lehrkräfte und Studierenden ihre ganz persönliche Botschaft an Kultusminister Piazolo formuliert. Die Ergebnisse der bayernweiten BLLV-Protest-Aktion „Lehrermangel: So nicht!“ werden nun nach München gebracht und gesammelt dem Kultusminister überreicht.

„Der Kultusminister bekommt am heutigen Zeugnistag von uns ein Zwischen-zeugnis, das mit dem Vermerk ´Vorrücken gefährdet´ endet“, so Bleß weiter. In den Fächern Kommunikation, Wertschätzung und Kreativität habe der Kultusminister nichts anderes als die Note 6 verdient. Dass man mit den drastischen Verschlechterungen bei der Ruhestandsversetzung (bis zu 22 Monate später), bei der Teilzeit und den Sabbatmodellen insbesondere die lebensälteren Lehrerinnen und Lehrer belastet, zeuge weder von nötigem Fingerspitzengefühl noch von der erforderlichen Wertschätzung gegenüber dieser Beschäftigtengruppe. „Wer 35 bis 45 Jahre mit viel Engagement seinen Beruf ausgeübt hat, der hat ein solches Verhalten seines obersten Dienstherrn nicht verdient und ist zurecht empört", betonte Debes.


BLLV-Aktionstag gegen „Piazolo-Paket“

ZELL a. MAIN „Auch wir, die Kolleginnen und Kollegen der Grund-, Mittel- und Förderschulen im Landkreis Würzburg machen mit beim landesweiten Protest gegen die Maßnahmen des Kultusministeriums im Zuge des Lehrermangels, die ab dem kommenden Schuljahr auf unserem Rücken ausgetragen werden sollen. So nicht!“, so die Vorsitzenden der Kreisverbände Würzburg-Land und Ochsenfurt des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Stephan Debes und Maria Bleß.

Bayernweit setzten deshalb am Freitag, 7. Februar, viele Tausende bayerischer Grund-, Mittel- und Förderschullehrkräfte, auch aus dem Landkreis Würzburg, ein Zeichen und schickten auf Karten und Fotos persönliche Botschaften mit ihrem Missfallen an den Kultusminister. Die Botschaft dieser Aktion lautet: „So nicht – wir sind viele, wir sind laut und wir sind stark!“

„Die geplanten zusätzlichen Belastungen für uns Lehrkräfte wie beispielsweise Mehrarbeit für Kolleginnen und Kollegen in der Grundschule und der Wegfall des bisher möglichen Ruhestands ab 64 Jahren sind für uns völlig inakzeptabel,“ stellen Debes und Bleß fest. Viele Kolleginnen und Kollegen seien sehr enttäuscht, verunsichert und demotiviert. Sie wehrten sich dagegen, dass sie nun die Versäumnisse und das Versagen der bayerischen Schul- und Bildungspolitik in den letzten Jahren oder sogar Jahrzehnten ausbaden sollen.

Alle Lehrkräfte an diesen Schulen wären betroffen, besonders auch Kolleginnen und Kollegen, die über 60 Jahre sind und ihr Berufsende bereits mit den Möglichkeiten von Freistellungsjahren geplant, selbst vorfinanziert und mit 64 Jahren mit finanziellen Abschlägen in den Ruhestand gehen wollten. Nach den neuen Planungen des Kultusministeriums solle dies vor Erreichen des 65.Lebensjahres so gut wie nicht mehr möglich sein. Auch das Arbeitszeitkonto für Grundschullehrkräfte mit der Erhöhung der Wochenstundenzahl von 28 auf 29 Wochenstunden bei den großen Belastungen im Schulalltag stößt auf Unverständnis und Widerstand bei den Betroffenen, genauso wie die krasse Einschränkung des bisher möglichen Teilzeitumfangs. Wer bisher zum Beispiel 17 Wochenstunden Unterricht erteilte, könne sich kaum vorstellen, ab nächstem Schuljahr plötzlich 25 Stunden geben zu müssen.

Kreisvorsitzender Debes weist nochmals auf die klare Analyse des BLLV hin: „Der BLLV hat die Staatsregierung seit Jahren auf einen drohenden Lehrermangel hingewiesen, immer wieder gewarnt und konkrete Forderungen zur Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufs an Grund- und Mittelschulen gestellt. Jetzt sollen wir es sein, die für die Misere an den Schulen gerade stehen müssen. Lehrerinnen und Lehrer sind engagiert, qualifiziert und machen ihre Arbeit mit großem Einsatz. Nun fühlen viele ihr Engagement und ihre oft jahrzehntelange Mühe und Arbeit nicht wertgeschätzt. So nicht! Kinder, Eltern und unsere ganze Gesellschaft brauchen doch Lehrer, die froh, gerne und mit persönlicher Überzeugung ihre Schüler unterrichten und erziehen, oder nicht?“

Landrat Eberhard Nuß unterzeichnet das BLLV-Manifest „Haltung zählt"

LANDKREIS WÜRZBURG „Wir Lehrerinnen und Lehrer beobachten mit Sorge die zunehmende Aggressivität in der Sprache und in den Umgangsformen. Nicht nur in der Schule, sondern in vielen Bereichen des Lebens – in der Politik, den Medien, in den sozialen Netzwerken. Wir beobachten, wie extreme Gruppierungen und Personen den Boden bereiten für Zwietracht und Gewalt. Das gefährdet unsere Demokratie.“

Dies steht im Manifest „Haltung zählt“ des BLLV (Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband). „Wir sind der Auffassung, dass der BLLV als Bildungsverband mit gesellschaftlicher Verantwortung klar und deutlich Stellung beziehen muss“, so der Vorsitzende des BLLV-Kreisverbandes Würzburg-Land, Stephan Debes. Vertrauen, Respekt, Wertschätzung und Solidarität seien Eckpfeiler einer gerechten und friedlichen Gesellschaft. „Misstrauen, Hass, Diffamierungen, Beleidigungen, Ausgrenzung und Verachtung können gefährliche Wirkungen entfalten“, sagte er. Dass dies eine realistische Bedrohung ist, erlebe man in der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussion. Dem müssten Lehrer entgegenwirken.

Der BLLV habe dieses Manifest gegen diese Verrohung von Sprache und Umgangsformen verfasst, um unsere Gesellschaft vor Spaltung, Brutalität, Rücksichtslosigkeit und Radikalisierung zu schützen, erklärte Debes. Dieses Manifest werde von vielen Prominenten unterstützt. Unterschrieben hätten bereits beispielsweise Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Kultusminister Ludwig Spaenle, Hubert Aiwanger, Margarete Bause, Markus Rinderspacher, und Charlotte Knobloch.

Auch Landrat Eberhard Nuß war sofort bereit, dieses Manifest zu unterzeichnen. „Ich kann mich voll dahinter stellen“, sagte Nuß. „Gewaltlosigkeit und Respekt beginnt in den Köpfen. Das muss man den jungen Menschen nahebringen.“ Der Landrat dankte dem BLLV für diese Initiative, denn dies sage sehr viel über das berufliche Ethos aus. Debes sprach von einer Herzensangelegenheit, dass auch regionale Repräsentanten aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft aber auch ganz normale Bürger dieses Manifest unterzeichnen. „Die Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen. Daher besteht die Aufgabe der Schule darin, einen wertschätzenden Umgang miteinander zu lehren.“