Peter Nossol

Arbeitsbelastung an Schulen steigt

ULLV fordert zu Beginn des Schuljahres mehr Lehrkräfte

Würzburg. Der Unterfränkische Lehrer- und Lehrerinnenverband (ULLV) – Bezirksverband des BLLV – sieht zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 mit Sorge, dass die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte immer größer wird. Integration, Inklusion, Digitalisierung, Gewalt an Schulen - all’ diese Themen fordern die Lehrerinnen und Lehrer, manche überfordert es.

Die extrem heterogene Zusammensetzung von Klassen macht die Arbeit nicht einfacher. „An unseren Schulen und in unseren Klassen treffen Schülerinnen und Schüler mit Teilleistungsstörungen, mit Verhaltensauffälligkeiten, mit Behinderungen und mit Migrationshintergrund aufeinander. Eine Klassenlehrerin, ein Klassenlehrer allein kann das nicht schaffen“, so ULLV-Vorsitzender Gerhard Bleß in einem Pressegespräch. Der Vorstoß von BLLV-Präsidentin Fleischmann in Sachen zwei Lehrkräfte für eine Klasse ziele in die richtige Richtung. Auch multiprofessionelle Teams aus Schulpsychologen, Sonderpädagogen, Schulsozialarbeitern und Erziehern – wie von Ministerpräsident Markus Söder angekündigt – wären hilfreich, werden aber bis dato vermisst.

In Zeiten des Lehrermangels ist es der Regierung von Unterfranken zwar gelungen, die Lehrerversorgung auf Vorjahresniveau sicherzustellen, aber generell ist die Personaldecke eng gestrickt. Jede Klasse in Unterfranken hat eine Lehrerin oder einen Lehrer, aber es fehlt an Kräften zur individuellen Förderung, zur Differenzierung und zur Umsetzung von Integration und Inklusion. Auch die Mobile Reserve ist nach Ansicht des ULLV vielerorts unzu-reichend ausgestattet.

Thema Zweitqualifizierung: Die steigende Zahl an Realschul- bzw. Gymnasiallehrkräften an Grund- und Mittelschulen zeigt, wie dünn die Personaldecke ist. Einerseits sind diese ein Segen, sonst bliebe doch manche Klasse ohne Lehrerin oder Lehrer. Andererseits werden sie nach abgeschlossenem Studium für Realschulen oder Gymnasien in ganz anderen Lehrämtern eingesetzt. An Mittelschulen ist der Sprung nicht so groß, an Grundschule oder Förderschule schon. ULLV-Vorsitzender Gerhard Bleß hat Zweifel, ob die Zweitqualifizierten dafür in ein bzw. zwei Jahren ausreichend ausgebildet sind.