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Felix Behl, Webmaster

Pädagogischer Mehrwert ist die Messlatte!

Bayern finanziert Schuldigitalisierung mit jährlicher Pro-Schüler-Pauschale, Bund beschließt Digitalpakt 2.0. BLLV-Experte Felix Behl begrüßt Verlässlichkeit, Deckung des Bedarfs sei aber unklar. Präsidentin Simone Fleischmann fordert klaren Fokus auf Bildungserfolge.

Der BLLV begrüßt die Einführung des gesetzlich verankerten Vier-Säulen-Zuschusses ab 2027. Er stellt die Finanzierung der digitalen Ausstattung bayerischer Schulen auf ein sicheres Fundament und ersetzt zahlreiche bisher parallele Förderprogramme.

„Der BLLV ist froh, dass ab 2027 eine feste Förderung der IT-Strukturen an Schulen in Bayern verankert ist. Das politische Ringen zwischen kommunalen Spitzenverbänden und Freistaat um die Schulfinanzierung muss hoffentlich nicht mehr auf Kosten der Schulfamilie und guten Unterrichts ausgetragen werden“, erklärt Felix Behl, Leiter des Referats Digitalisierung beim BLLV.

Entscheidend ist, was ankommt

Präsidentin Simone Fleischmann betont: „Das ist ein dringend nötiger Schritt, damit wir als Lehrerinnen und Lehrer Unterricht auf der Höhe der Zeit anbieten und unsere Kinder und Jugendlichen fit machen können für eine digital geprägte Welt heute und morgen. Dass das Kultusministerium die Mittel dafür jetzt vom einzelnen Schüler und der einzelnen Schülerin her denkt, ist genau der richtige Weg. Auch beim Beschluss zum neuen Digitalpakt im Bund muss Bildungserfolg das Ziel der Finanzierung sein – und das darf nicht durch Rechentricks mit bereits laufenden Projekten gefährdet werden!“

Der BLLV fordert zudem ein klares Mitspracherecht der Schulen bei der Verwendung der Mittel, betont Experte Felix Behl: „Sachaufwandsträger dürfen diese nicht ohne Einbeziehung der Schulfamilie allein entscheiden.“ Investitionen in die digitale Gebäudeinfrastruktur dürfen nicht gegen professionelle Endgeräte für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte oder Lizenzen für didaktische und Lernsoftware ausgespielt werden.

Digitales Handwerkszeug für bessere Bildung

„Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Budgets – rund 207 Millionen Euro jährlich aus dem Landeshaushalt zuzüglich Digitalpakt 2.0 – die realen Bedarfe decken“, so Felix Behl. Lehrkräfte können sich nun hoffentlich auf die Anforderungen einer digitalisierten Welt konzentrieren, ohne ständig auf ihr Handwerkszeug warten zu müssen. Für weiteren Bürokratieabbau benötigen Schulen mehr vorgefertigte Tools, etwa Office-Programme, digitale Klassenbücher oder einen Baukasten für die Schulhomepage.

„Der BLLV hofft auf eine zeitnahe Umsetzung des Digitalpakt 2 auf Bundesebene mit unkomplizierten Fördervorgaben, damit Ersatz- und Ergänzungsbeschaffungen in den digitalen Klassenzimmern wieder möglich werden“, betont Felix Behl. Insgesamt müssen Schulleitungen stärker in die Entscheidungen über Investitionen einbezogen werden, um den pädagogischen Mehrwert optimal zu nutzen.