Der ULLV begrüßt die Errichtung des Staatsinstituts. „Das ist eine richtige Maßnahme zur richtigen Zeit“, so ihr Vorsitzender Helmut Schmid. Schon längere Zeit hatte sich der ULLV für ein Staatsinstitut eingesetzt und dazu zahlreiche Gespräche mit dem Kultusministerium, aber auch mit vielen Politikerinnen und Politikern in der Region geführt.
Christoph Rüttiger, Abteilungsleiter Schulpolitik im ULLV und Autor des ULLV-Positionspapiers „Multikonzeptionelles Staatsinstitut für Unterfranken“, ergänzt: „In der Florentini-Schule in Gemünden gibt es jetzt einen Standort, der alle Möglichkeiten für ein funktionierendes Staatsinstitut bereithält: ausreichende und ausbaufähige Räumlichkeiten, eventuelle Wohnmöglichkeiten für externe Studierende, und dazu eine verkehrsgünstige Lage in Unterfranken.“
Das Staatsinstitut soll dem eklatanten Fachlehrkräftemangel in Bayern und Unterfranken begegnen. Zuletzt traten in die ca. 350 unterfränkischen Grund- und Mittelschulen, dazu kommen im Regierungsbezirk noch rund 80 Förder- und Realschulen, nur noch etwa 10 Fachlehrkräfte pro Jahr neu ein in den Dienst, weniger als in den Ruhestand versetzt wurden.
„Als ULLV wünschen wir dem Kultusministerium im Sinne unseres Positionspapiers den Mut die Ausbildung der Fachlehrkräfte auf andere Fachbereiche auszuweiten. Im Bereich Fachlehrkräfte m/t (Fachrichtung musisch/technisch) herrscht ebenfalls ein eklatanter Fachkräftemangel. Auch diese Gruppe, die vor allem den Mittelschulen Profil gibt, braucht dringend mehr Personal“, gibt Schmid zu bedenken.
Der ULLV setzt sich auch dafür ein für angehende Förderlehrkräfte ein Angebot zu unterbreiten. Förderlehrkräfte arbeiten an Schulen vorwiegend mit Kleingruppen, vornehmlich in Deutsch und Mathematik, sind aber kaum noch in den unterfränkischen Schulen vertreten. Christoph Rüttiger findet: „In der Ausbildung haben Fach- und Förderlehrkräfte grundsätzlich viele fachliche Überschneidungen, z.B. in der Pädagogik oder Psychologie. Es macht also Sinn in Gemünden in Zukunft Fach- und Förderlehrkräfte gleichermaßen auszubilden“.
Und einen letzten Wunsch kann sich Helmut Schmid nicht verkneifen. „Seit Jahren reden wir über multiprofessionelle Teams an Schulen. Und auch für diese könnten wir an einem Staatsinstitut Ausund Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten, die den Schulen qualitativ zugutekommen.“
Das Staatsinstitut für die Ausbildung von Fachlehrkräften E/G in Gemünden ist ein guter Auftakt. Was in Zukunft noch fehlt, ist der ganz große Wurf. Und was fehlt noch? Das Staatsinstitut muss nun schnell in die Köpfe von Schulabsolventinnen und -absolventen, die mindestens einen mittleren Bildungsabschluss vorweisen. Berufsziel: Fachlehrkraft.
